DHEA-S
DHEA-Sulfat ist die mengenmäßig dominanteste Nebennieren-Vorstufe für Sexualhormone.
Einheit: µg/dl
Was ist das?
DHEA-S ist ein Hormon der Nebenniere und ein Marker für die Belastbarkeit der Stressachse. Es ist die Vorstufe eines großen Teils der Geschlechtshormone und wirkt zusätzlich direkt im Gehirn (Stimmung, Gedächtnis, Stress-Widerstand). Der Wert sinkt natürlicherweise mit dem Alter (etwa 10 % pro Jahrzehnt ab 30, oft „Adrenopause" genannt). Aussagekräftig ist besonders das Verhältnis von Cortisol zu DHEA: Bei dauerhaftem Stress lenkt der Körper Baustoffe in die Cortisol-Bildung um, DHEA-S sinkt. Ein niedriges Verhältnis deutet auf eine erschöpfte Stressachse.
DHEA wird in der Nebennierenrinde gebildet und in Leber und Gewebe zur Speicherform DHEA-S umgewandelt (längere Halbwertszeit, ~10 Stunden). Es ist Vorstufe für rund die Hälfte der zirkulierenden Androgene beim Mann und etwa drei Viertel bei Frauen vor den Wechseljahren und wirkt direkt als Neurosteroid an Andockpunkten im Gehirn (NMDA- und GABA-A-Rezeptor), mit Effekten auf Stimmung, Gedächtnis und Stress-Widerstand. Höchstwerte im dritten Lebensjahrzehnt, danach kontinuierlicher Rückgang.
Was bedeutet der Wert?
DHEA-S spiegelt die Nebennieren-Reserve der letzten 24 Stunden und ergänzt das Cortisol-Tagesprofil bei der Beurteilung der Stressachse. Werte im oberen Drittel der altersgerechten Norm gehen mit besserer Stress-Belastbarkeit, kognitiver Leistung und niedrigerem Sterblichkeitsrisiko einher. Ein deutlich zugunsten von Cortisol verschobenes DHEA-S/Cortisol-Verhältnis gilt als Hinweis auf eine erschöpfte Stressachse.
Was beeinflusst den Wert?
- Alter (etwa 10 % Rückgang pro Jahrzehnt ab 30, „Adrenopause“)
- Chronischer Stress (Baustoffe werden zur Cortisol-Bildung umgelenkt)
- Krafttraining und intensive Bewegung (moderate Anregung)
- Schlafqualität (Tiefschlaf-Anteil korreliert)
- DHEA-Präparate (in Deutschland verschreibungspflichtig)
- Schwere Erkrankung, Sepsis (akute Absenkung)
Bereiche je Gruppe
- Männer: Pressureproof-Zielbereich: 281,25 bis 393,65 µg/dl · Laborbereich: 211 bis 492 µg/dl
- Frauen vor der Menopause: Pressureproof-Zielbereich: 212,75 bis 316,35 µg/dl · Laborbereich: 148 bis 407 µg/dl
- Frauen nach der Menopause: Pressureproof-Zielbereich: 212,75 bis 316,35 µg/dl · Laborbereich: 148 bis 407 µg/dl
Was ist das?
DHEA wird in der Zona reticularis der Nebennierenrinde synthetisiert, in Leber und peripher zu DHEA-S sulfatiert. Substrat für peripheren Umbau zu Testosteron, Östradiol (über Aromatase). Wirkt direkt am NMDA- und GABA-A-Rezeptor (Neurosteroid-Wirkung mit Stimmungs-, Gedächtnis- und Stress-Resilienz-Effekten). Maximum-Werte im 3. Lebensjahrzehnt, kontinuierlicher Abfall danach.
Was bedeutet der Wert?
DHEA-S ist die sulfatierte Speicherform von DHEA (Halbwertszeit ~10 h vs. ~30 Min für DHEA) und reflektiert adrenale Reserve über die letzten 24 h. Funktion: Vorläufer für ca. 50 % der zirkulierenden Androgene bei Männern und ~75 % bei prämenopausalen Frauen (Labrie 2017). Auch direkte neurosteroide Wirkung (NMDA + GABA-A-Modulation, kognitive + Stimmungs-Effekte). Ergänzt Cortisol-Tagesprofil im HPA-Achsen-Assessment.
Was beeinflusst den Wert?
- Alter (~10 %/Dekade Abfall ab 30, Adrenopause)
- Chronischer Stress (Cortisol-Steal-Hypothese: Pregnenolon zu Cortisol umgeleitet)
- Krafttraining + intensive Bewegung (moderate Stimulation)
- Schlafqualität (Tiefschlaf-Anteil korreliert)
- Substitution (in Deutschland verschreibungspflichtig, Apothekenpflicht)
- Schwere Erkrankung, Sepsis (akute Suppression)
- Östrogen-Substitution / Pille (CBG-vermittelt; selten klinisch relevant)
Bereiche je Gruppe
- Männer: Pressureproof-Zielbereich: 281,25 bis 393,65 µg/dl · Laborbereich: 211 bis 492 µg/dl
- Frauen vor der Menopause: Pressureproof-Zielbereich: 212,75 bis 316,35 µg/dl · Laborbereich: 148 bis 407 µg/dl
- Frauen nach der Menopause: Pressureproof-Zielbereich: 212,75 bis 316,35 µg/dl · Laborbereich: 148 bis 407 µg/dl
