Quecksilber i. Blut
Quecksilber im Vollblut zeigt die aktuelle Belastung durch organische und anorganische Quecksilber-Verbindungen.
Einheit: µg/dl
Was ist das?
Quecksilber ist ein Schwermetall und ein Nervengift ohne jede natürliche Funktion im Körper. Es schädigt Nervensystem, Nieren und Fruchtbarkeit und reichert sich über die Zeit an (Halbwertszeit im Blut rund 70 bis 80 Tage). Die wichtigste Quelle für die chronische Belastung ist Raubfisch (Thunfisch, Schwertfisch, Hai, Makrele, Hecht, Aal); daneben Amalgam-Füllungen und berufliche Exposition. Der Pressureproof-Zielwert liegt bewusst deutlich unter dem offiziellen Unbedenklichkeitswert. Nach WHO-Konsens gibt es keinen wirklich „sicheren“ Schwellenwert, jede Reduktion ist gut.
Quecksilber hat KEINE physiologische Funktion, es ist reine Umweltbelastung. Die Aufnahme erfolgt organisch (Methyl-Quecksilber aus Fisch, fast vollständig über den Darm) oder als Dampf über die Lunge (Amalgam, Industrie). Im Körper bindet es fest an schwefelhaltige Gruppen von Eiweißen und blockiert so schützende Enzyme. Es überwindet die Blut-Hirn-Schranke und die Plazenta. Deshalb sind Ungeborene und Kinder besonders gefährdet. Das Vollblut spiegelt die Belastung der letzten rund 3 Monate.
Was bedeutet der Wert?
Methyl-Quecksilber (aus Fisch, die häufigste chronische Belastung) reichert sich in Nervensystem, Niere und Leber an. Zeichen chronischer Belastung: feiner Tremor, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Nervenstörungen in Händen/Füßen, Nierenschädigung, Spermienschädigung. Kinder und Schwangere sind besonders empfindlich: Die Konzentration beim Ungeborenen kann die der Mutter übersteigen, deshalb empfiehlt die WHO für Frauen mit Kinderwunsch besonders niedrige Werte.
Was beeinflusst den Wert?
- Raubfisch-Konsum (Thunfisch, Schwertfisch, Hai, Makrele, Hecht, Aal)
- Amalgam-Füllungen (Dampf-Freisetzung beim Kauen/heißen Trinken)
- Berufliche Exposition (Zahnmedizin, Goldgewinnung, Chemie)
- Selen-Status (Selen bindet Quecksilber teilweise)
Bereiche
Pressureproof-Zielbereich: bis 0,2 µg/dl · Laborbereich: bis 0,5 µg/dl
Was ist das?
Quecksilber hat KEINE physiologische Funktion und ist eine reine Umwelt-Toxin-Belastung. Aufnahme erfolgt organisch (Methyl-Hg) via Fisch (~95 % Bioverfügbarkeit, intestinale Aufnahme) oder anorganisch (Hg⁰-Dampf) via Lunge (~80 % Bioverfügbarkeit). Hg bindet hochaffin an Thiol-Gruppen von Proteinen und Glutathion, daher Hemmung sulfhydryl-abhängiger Enzyme (Glutathion-Reduktase, antioxidative Schutzsysteme, Selenoenzyme). Wirkmechanismus der Neurotoxizität: oxidativer Stress in Neuronen, Hemmung der Mikrotubuli-Polymerisation, Glutamat-Excitotoxizität, gestörte Selen-Verfügbarkeit (Hg sequestriert Selen → Glutathion-Peroxidase + Schilddrüsen-Deiodase reduziert). Elimination primär biliär (anorganisch, Halbwertszeit ~60 Tage) und renal (variabel); Vollblut spiegelt Exposition der letzten ~3 Monate, Haar-Hg ist integrierter Langzeit-Indikator.
Was bedeutet der Wert?
Methylquecksilber (organisches Hg aus Fisch, hauptsächliche chronische Exposition) passiert die Blut-Hirn-Schranke und die Plazenta-Schranke effizient und bioakkumuliert in Nervensystem, Niere, Leber. Symptome chronischer Exposition: feinschlägiger Tremor, kognitive Defizite (Aufmerksamkeit, Gedächtnis), periphere Neuropathie, renale Tubulus-Schädigung mit Mikroalbuminurie, autoimmune Aktivierung, Spermien-Schädigung. Kinder und Schwangere besonders vulnerabel (transplazentare Passage; fötale Hg-Konzentration kann mütterliche um Faktor 1,5 bis 2 übersteigen → WHO-Empfehlung im Rahmen der Minamata-Konvention: möglichst niedrige Spiegel bei gebärfähigen Frauen). Anorganisches Hg (industriell, Amalgam-Dampf) hat höhere Niere-Toxizität, geringere Hirn-Penetration.
Bereiche
Pressureproof-Zielbereich: bis 0,2 µg/dl · Laborbereich: bis 0,5 µg/dl
