Aldosteron
Aldosteron ist das wichtigste Mineralokortikoid der Nebennierenrinde.
Einheit: assayabhängig
Was ist das?
Aldosteron ist das Salz-Wasser-Hormon der Nebenniere: Es steuert, wie viel Natrium (Salz) der Körper zurückhält und wie viel Kalium er ausscheidet, und damit Blutvolumen und Blutdruck. Ein zu hoher Wert ist ein häufiger, oft übersehener Grund für Bluthochdruck, typischerweise zusammen mit niedrigem Kalium: Der primäre Hyperaldosteronismus (Morbus Conn) betrifft einen relevanten Teil aller Bluthochdruck-Patienten und ist gut behandelbar. Beurteilt wird Aldosteron immer zusammen mit dem Hormon Renin (als Verhältnis, „ARR“).
Aldosteron wird in der äußeren Schicht der Nebenniere gebildet und über das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System gesteuert: Die Niere schüttet Renin aus, was über Zwischenstufen die Aldosteron-Bildung antreibt. Aldosteron lässt die Niere Natrium (und damit Wasser) zurückhalten und Kalium ausscheiden. Ein dauerhaft zu hoher Wert schadet auch direkt Herz und Gefäßen (Vernarbung).
Was bedeutet der Wert?
Aldosteron plus Renin (als Verhältnis) ist zentral bei: therapieresistentem Bluthochdruck (drei Medikamente nötig), niedrigem Kalium unklarer Ursache, einem Nebennieren-Zufallsbefund und der Abgrenzung verschiedener Bluthochdruck-Ursachen. Der primäre Hyperaldosteronismus (Morbus Conn) ist die häufigste behandelbare sekundäre Bluthochdruck-Ursache und lässt sich über Medikamente (Spironolacton) oder eine Operation behandeln.
Was beeinflusst den Wert?
- Salz-Aufnahme und Flüssigkeitsstatus
- Blutdruck-Medikamente (viele verfälschen die Messung, nur ärztlich gesteuert pausieren)
- Körperhaltung bei der Blutabnahme (liegend vs. aufrecht)
- Kalium-Status
Was ist das?
Mineralokortikoid via Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS) gesteuert: Niere → Renin → Angiotensin II → Aldosteron → Na+-Retention + K+-Sekretion am distalen Tubulus. Auch direkter Effekt auf Herz (Fibrose bei Erhöhung) und Gefäße. Inverse Korrelation mit Volumenstatus.
Was bedeutet der Wert?
Aldosteron + Renin-Quotient ist zentral bei: - Therapie-resistenter Hypertonie (3 Antihypertensiva erforderlich) - Hypokaliämie unklarer Genese - Inzidentalom Nebenniere - Differential Cushing vs. Conn vs. essentielle Hypertonie Primärer Hyperaldosteronismus (Morbus Conn) ist die häufigste sekundäre Hypertonie-Ursache, adressierbar via Spironolacton oder operativ.
