LH
LH (Luteinisierendes Hormon) ist das hypophysäre Steuerungs-Hormon für die Sexualhormon-Achse.
Einheit: IU/l
Was ist das?
LH ist ein Steuerhormon aus der Hirnanhangdrüse. Bei Männern regt es die Hoden zur Testosteron-Bildung an; bei Frauen steuert es gemeinsam mit FSH die Eireifung und löst mit einem Anstieg zur Zyklusmitte den Eisprung aus. Der diagnostische Wert liegt in der Unterscheidung: Bei niedrigem Testosteron zeigt LH, ob das Problem im Organ selbst liegt (dann ist LH hoch, der Körper „ruft lauter") oder in der Steuerung durch Hirnanhangdrüse/Hypothalamus (dann ist LH niedrig). Diese Weiche bestimmt die gesamte weitere Diagnostik.
LH wird in der Hirnanhangdrüse pulsartig ausgeschüttet, gesteuert vom Hypothalamus (über GnRH). Bei Männern regt LH die Leydig-Zellen der Hoden zur Testosteron-Bildung an. Bei Frauen steuert LH mit FSH die Follikelreifung; der LH-Anstieg zur Zyklusmitte löst den Eisprung aus. Weil die Ausschüttung in Schüben erfolgt, ist ein Einzelwert nur eine Momentaufnahme.
Was bedeutet der Wert?
Bei Männern stimuliert LH die Leydig-Zellen zur Testosteron-Produktion. Bei Frauen löst es die Ovulation aus. Diagnostisch ist LH entscheidend für die Unterscheidung von primärem und sekundärem Hypogonadismus.
Was beeinflusst den Wert?
- Tageszeit (schubweise Ausschüttung, morgens messen)
- Zyklus-Tag bei Frauen (essenziell für die Deutung)
- Testosteron-Therapie / Anabolika (unterdrücken LH stark)
- Opioide (dauerhaft, unterdrücken die Steuerung)
- Chronischer Stress / Energie-Defizit (funktionelle Unterdrückung)
- Erhöhtes Prolaktin (unterdrückt LH)
- PCOS (LH erhöht, LH:FSH-Verhältnis zugunsten von LH verschoben)
- Wechseljahre (LH steigt dauerhaft durch fehlende Östrogen-Rückkopplung)
Bereiche je Gruppe
- Männer: Laborbereich: 0,57 bis 12,1 IU/l
- Frauen nach der Menopause: Laborbereich: ab 10 IU/l
Was ist das?
LH wird in den gonadotropen Zellen der Hypophyse pulsatil synthetisiert und ausgeschüttet; Steuerung durch GnRH (Gonadotropin-Releasing-Hormone) aus dem Hypothalamus. Bei Männern stimuliert LH die Leydig-Zellen der Hoden zur Testosteron-Synthese aus Cholesterin (geschwindigkeitsbestimmend: CYP17A1, 3β-HSD, 17β-HSD). Bei Frauen reguliert LH gemeinsam mit FSH die Follikel-Reifung; der LH-Surge am Ovulations-Tag löst die Eisprung-Kaskade + die Corpus-luteum-Bildung zur Progesteron-Synthese aus. Zirkadiane + ultradiane Pulsatilität; einzelne Messungen reflektieren Snapshots, nicht den Sekretions-Trend.
Was beeinflusst den Wert?
- Tageszeit (zirkadiane + ultradiane Pulsatilität, morgens Standard)
- Zyklus-Tag bei Frauen (essenziell für Interpretation)
- Exogenes Testosteron / TRT (supprimiert LH stark via negativem Feedback)
- Anabolika (Steroide supprimieren LH ähnlich)
- Opioide chronisch (Suppression der hypothalamischen GnRH-Pulsatilität)
- Chronischer Stress / Energie-Defizit (funktionelle Suppression)
- Prolaktin-Erhöhung (supprimiert GnRH → LH)
- PCOS (LH-Erhöhung mit erhöhtem LH:FSH-Verhältnis)
- Menopause / Postmenopause (LH steigt konstant durch fehlende Östrogen-Feedback-Hemmung)
- GnRH-Analoga (medizinisch eingesetzt zur Suppression: Prostata-Karzinom-Therapie, Endometriose, IVF)
Bereiche je Gruppe
- Männer: Laborbereich: 0,57 bis 12,1 IU/l
- Frauen nach der Menopause: Laborbereich: ab 10 IU/l
