Transferrin
Transferrin ist das in der Leber gebildete Eisen-Transportprotein.
Einheit: mg/dl
Was ist das?
Transferrin ist das Eiweiß, das Eisen im Blut transportiert, vom Aufnahmeort im Darm zu den Zellen, die es brauchen. Ein einfaches Bild: Ferritin ist der Vorrat im Lager, Transferrin sind die Lieferfahrzeuge. Der Wert verhält sich umgekehrt zum Eisenstatus: Bei Eisenmangel baut der Körper mehr Transporter (Wert steigt), bei Eisenüberladung weniger (Wert sinkt). Deshalb ist Transferrin allein wenig aussagekräftig und wird immer im Eisen-Quartett gelesen (Eisen, Ferritin, Transferrin, Sättigung).
Transferrin ist ein in der Leber gebildetes Eiweiß, das je Molekül zwei Eisen-Teilchen bindet und zu den Bedarfsorten bringt, vor allem zu den Vorläuferzellen der roten Blutkörperchen, außerdem zu Leber, Muskel und Mutterkuchen. Die Zellen holen sich das Eisen über einen Andockpunkt (Transferrin-Rezeptor). Die Halbwertszeit beträgt 8 bis 10 Tage. Effekte einer Eisen-Einnahme zeigen sich daher erst nach 2 bis 3 Wochen. Östrogen erhöht die Transferrin-Bildung.
Was bedeutet der Wert?
Transferrin ist ein „negativer Akut-Phase-Marker“. Das heißt: Bei Entzündung, Infekt oder nach Operationen sinkt der Wert. Das macht ihn wichtig, um Eisenmangel von einer entzündungsbedingten Blutarmut zu unterscheiden. Bei reinem Eisenmangel ist Transferrin hoch, Sättigung und Ferritin sind niedrig. Bei entzündungsbedingter Blutarmut ist Transferrin niedrig, Ferritin hoch und die Sättigung uneinheitlich. Im Mischbild (häufig bei versteckten Infekten) ist das Muster uneinheitlich; hier hilft der lösliche Transferrin-Rezeptor (sTfR), weil er vom Entzündungsgeschehen unabhängig ist. Eine Einzelmessung ohne Kontext führt leicht zu Fehldeutung.
Was beeinflusst den Wert?
- Entzündung / Infekt / Zeit nach Operation (senken den Wert, Entzündungswert CRP mitprüfen)
- Eisenstatus (Mangel hebt, Überladung senkt den Wert)
- Östrogen (Pille, Hormonersatz, Schwangerschaft erhöhen den Wert deutlich)
- Lebergesundheit (schwere Synthesestörung senkt den Wert)
- Eiweißversorgung / Mangelernährung
Bereiche je Gruppe
- Männer: Laborbereich: 174 bis 364 mg/dl
- Frauen vor der Menopause: Laborbereich: 180 bis 382 mg/dl
- Frauen nach der Menopause: Laborbereich: 180 bis 382 mg/dl
Was ist das?
Glykoprotein (β1-Globulin, ~80 kDa), in Hepatozyten synthetisiert. Bindet 2 Fe³⁺-Ionen pro Molekül und transportiert Eisen vom Resorptionsort (Duodenum) und Recycling-Stationen (Milz, Leber) zu Bedarfs-Geweben, primär Erythroblasten (Erythropoese), Hepatozyten, Plazenta, Muskel. Eisen-Aufnahme in Zellen erfolgt über rezeptorvermittelte Endozytose (Transferrin-Rezeptor TfR1). Halbwertszeit ~8 bis 10 Tage; Substitutions-Effekte zeigen sich erst nach 2 bis 3 Wochen. Synthese reguliert durch zellulären Eisen-Bedarf (negatives Feedback via Hepcidin-Achse) und Östrogen (Östrogen erhöht Transferrin-Synthese).
Was bedeutet der Wert?
Transferrin ist Akut-Phase-Negativ-Reactant und sinkt bei systemischer Inflammation, Sepsis, postoperativ. Damit zentrale Rolle in der Differenzierung Eisenmangel vs. Inflammations-Anämie (Anämie der chronischen Erkrankung): Eisenmangel pur: Transferrin ↑, TfS ↓, Ferritin ↓. Inflammations-Anämie: Transferrin ↓, Ferritin ↑, TfS variabel. Mischbild (häufig bei Performance-Klienten mit subklinischen Infekten): variabel; sTfR (löslicher Transferrin-Rezeptor) entkoppelt den Eisenstatus vom Inflammations-Confounder. Klinischer Wert besonders im Eisen-Status-Quartett (Eisen + Transferrin + TfS + Ferritin); Einzelmessung ohne Kontext führt zu Fehlinterpretation.
Bereiche je Gruppe
- Männer: Laborbereich: 174 bis 364 mg/dl
- Frauen vor der Menopause: Laborbereich: 180 bis 382 mg/dl
- Frauen nach der Menopause: Laborbereich: 180 bis 382 mg/dl
